Dank Frentzen: Hanni krönt turbulente Woche mit Sieg |
Hockenheim (ee) – Was für ein Pensum für den frisch verlobten Sven Hannawald: Montag bei „Blickpunkt Sport“, Mittwoch bei „Stern TV“ und am Samstag ganz oben auf dem Siegertreppchen beim ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring. Es war beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring der bereits dritte Saisonsieg in der Amateurwertung für die Skisprung-Legende aus München. Möglich machte den Erfolg sein rasanter Partner-Pilot Heinz-Harald Frentzen, der in der letzten Runde noch 0,7 Sekunden Rückstand auf den vor ihm fahrenden Daniel Dobitsch hatte. Doch der ehemalige Formel-1-Pilot holte alles aus der Buchbinder-Corvette heraus und lag auf der Ziellinie als Neunter mit 0,066 Sekunden – exakte 28,5 Zentimeter nach einer 4.574 Meter langen Runde – vorne. „Heinz-Harald war einfach genial, unglaublich, wie er das Ding noch gedreht hat“, lobte Hannawald, der nach Platz 16 am Sonntag in der Gesamtwertung der Amateure auf Rang vier landete. Der Gesamtsieg ging an Marek A. Hayek vor Swen Dolenc und Oliver Mayer.
Während der 36 Jahre alte Motorsport-Quereinsteiger Sven Hannawald in der abgelaufenen Saison einen gewaltigen Sprung in Sachen Lenkradbeherrschung machte, atmete der Formel-1-Vizeweltmeister von 1997 erst einmal tief durch. Denn die von ihm angebotene Wette, bei einem gemeinsamen Podiumsplatz in der Gesamtwertung von einer Skisprungschanze zu springen, wurde vorerst verschoben. „Da kann ich in Ruhe mit der Beherrschung der langen Bretter beim Ski alpin beginnen, ehe ich mich ungeübt vom Schanzentisch stürze“, betonte der 44-jährige PS-Profi, der sichtlich Gefallen an der GT-Serie hatte. Dies erkannte auch ADAC-Präsident Hermann Tomczyk: "Heinz-Harald Frentzen war und ist immer noch ein echter Vollblut-Racer. Neben seiner Steigerung im Saisonverlauf beeindrucken mich auch seine umgängliche Art mit den Fans im Fahrerlager, seine professionelle Medienarbeit und wie er mit seinem noch nicht so erfahrenen Teamkollegen Sven Hannawald analytisch und systematisch arbeitet."
Vor dem Saisonfinale in Hockenheim schnupperte "HHF" noch einmal Formel-1-Luft: In Singapur unterstützte Frentzen die Sportkommissare mit seiner Erfahrung aus insgesamt 157 Rennen. „Bereits zu meiner aktiven Zeit in der Formel 1 haben wir über die Fahrergewerkschaft GPDA den Vorschlag eingebracht, dass ein ehemaliger Formel-1-Fahrer die Sportkommissare bei schwierigen Entscheidungen berät und die Situation aus Fahrperspektive betrachtet“, erklärte Frentzen den Hintergrund seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die FIA.


